Rückblick

Mit dem Eingliederungsgesetz Herdorf wurde meine seit 2010 laufende Wahlzeit als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daaden vorzeitig beendet. Für mich war es keine Frage, sondern ein Gebot der Pflicht und Fairness, mich dem Votum der Bürgerschaft in der Verbandsgemeinde Daaden und der Stadt Herdorf neu zu stellen. Um Ihnen Gelegenheit zu geben, meine Arbeit in Ihrer Wahlentscheidung zu berücksichtigen, werden hier einige Schwerpunkte der letzten vier Jahre herausgegriffen und zusammengefasst dargestellt:

Dank

Doch bevor ich zu diesen Fakten komme, lassen Sie mich erst ein Wort des Dankes sagen. Meine Arbeit wäre nicht möglich ohne den Rückhalt in der Familie. Besonders meiner Ehefrau Karin sei an dieser Stelle einmal für die vielen Stunden, die sie auf mich verzichten muss, ein Dankeschön ausgesprochen.

Danken möchte ich auch den Frauen und Männern in den kommunalen Gremien, die ihre Freizeit opfern um an Entscheidungen mitzuwirken, für die sie manchmal kritisiert werden, obwohl vieles unausweichlich ist. Für die konstruktive Zusammenarbeit im Verbandsgemeinderat und die sachliche Auseinandersetzung bei Meinungsverschiedenheiten auch ihnen meinen Dank. Ausdrücklich eingeschlossen sind auch die Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister sowie die Beigeordneten, deren wichtige und notwendige ehrenamtliche Arbeit meine Aufgabenerfüllung begleitet und stützt.

Nicht zuletzt möchte ich auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Rathauses, des Bauhofes, des Hallenbades und der Schulen für ihre engagierte Mitarbeit danken.


Kommunalreform aktiv begleitet

Der weit in die Geschichte zurück reichende kommunale Verbund von Gemeinden im Daadener Land wurde durch die Kommunal- und Verwaltungsreform des Landes vor neue Herausforderungen gestellt. Die Verbandsgemeinde hat sich getreu ihrem Grundsatz von Solidität und Solidarität diesen Vorgaben gestellt und zunächst versucht, zusammen mit der Verbandsgemeinde Gebhardshain in der Freiwilligkeitsphase der Reform einen Zusammenschluss zu erreichen, der beiden Partnern auf Augenhöhe eine finanzwirtschaftlich erträgliche Lösung eröffnet hätte. Das wurde auf der Zielgeraden durch Einflussnahmen aus dem politischen Raum verhindert.

Mit dem Bekanntwerden der Absicht zur Zwangseingliederung der Stadt Herdorf musste die Verbandsgemeinde sowohl versuchen, die einseitigen Zusatzbelastungen für die Ortsgemeinden und damit die Bürgerschaft und Unternehmen im Daadener Land zu verhindern als auch einen konstruktiven Weg für den Fall vorzubereiten, dass die Eingliederung unabwendbar ist. Beides wird angestrebt, in dem zur Wahrung der Rechte Verfassungsbeschwerde gegen die Zwangseingliederung erhoben wurde, aber auch die tatsächliche Eingliederung durch schonende und flexible Maßnahmen vorbereitet wird.


Truppenübungsplatz Daaden wird geschlossen 

Die zweite große Belastung der letzten Jahre war die Schließung des Truppenübungsplatzes Daaden. Die hiervon unmittelbar betroffenen acht Ortsgemeinden haben sich unter Federführung der Verbandsgemeinde Daaden kreisübergreifend formiert und ihre Interessen gebündelt. Meine Position dazu war, dass eine nachhaltige Zukunft für die Fläche nur in einer Kombination von Nutzungen gesehen werden kann. Neben den vielen naturschutzfachlich hochwertigen Flächen sollten auch gewerblich-touristische Nutzungen angesiedelt werden und im Hinblick auf den Klimawandel die Ernte von erneuerbaren Energien möglich sein. Dieser Dreiklang hätte einen wirksamen Naturschutz auch wirtschaftlich tragen können. Eine früh einsetzende intensive Auseinandersetzung über die Frage der Nachnutzung und deren wirtschaftliche Grundlagen hat Kräfte und Ressourcen gebunden und letztlich – auch das gehört zur kommunalen Selbstverwaltung – nicht zu einem Ergebnis geführt, dass von den betroffenen Gemeinden begrüßt werden kann. Sowohl Fragen der Sicherheit als auch der tatsächlichen Nutzungsmöglichkeiten sind durch die einseitige Festlegung auf eine Überstellung der Fläche des Truppenübungsplatzes Stegskopf in das Nationale Naturerbe nach wie vor nicht beantwortet.


Verbesserung der Breitbandversorgung – schnelles Internet!

Ohne Internet ist die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft schon jetzt nicht mehr vorstellbar. Dabei spielt die Breitbandversorgung, d. h. Art und Geschwindigkeit der Anschlüsse, sowohl für den persönlichen als auch den unternehmerischen Bereich eine entscheidende Rolle. Dem hat sich die Verbandsgemeinde Daaden gestellt und ihren Ortsgemeinden ein individuell abgestimmtes Konzept vorgelegt, bei dem die jeweils unterschiedliche technische und ausstattungsbezogene Ausgangslage in Einklang gebracht wurde mit den finanzwirtschaftlichen Möglichkeiten. Sie hat sich dabei von der Überlegung leiten lassen, dass im Ergebnis eine Versorgung mit Glasfaser die derzeit nachhaltigste technische Lösung ist und konsequent auf deren Umsetzung bestanden. Im Ergebnis haben nahezu alle Haushalte in der Verbandsgemeinde inzwischen die Möglichkeit, sich mindestens mit einem 16.000er DSL-Anschluss auszustatten.


Erneuerbare Energien


Den Klimawandel habe ich bereits erwähnt. Um den Umweltbelastungen zumindest etwas entgegen zu wirken, arbeitet die Verbandsgemeinde konsequent und pragmatisch innerhalb der technisch sinnvollen Möglichkeiten. Sie stellt keine hauptamtlichen Klimaschutzbeauftragten ein, druckt keine teuren, bunten Hochglanzbroschüren, sondern tauscht Fenster (Schulgebäude) aus, baut Holz-Hackschnitzel-Heizung (Wärmeverbund Realschule Plus und Hallenbad) und Pelletheizungen (Grundschule Biersdorf, Bauhofgebäude), saniert Dächer und Fassaden zur Energieeinsparung und baut Fotovoltaikanlagen (Realschule Plus, Rathaus Daaden).



Wichtige Lebensgrundlagen sichern!


Eine wichtige Lebensgrundlage ist in Deutschland so selbstverständlich geworden, dass wir nur in den seltenen Fällen, bei denen die Versorgung stockt, bewusst wahrnehmen, welchen Stellenwert sie hat: Damit meine ich unser Trinkwasser. Wir sollten alle dankbarer dafür sein, dass dieses Lebensmittel in einer hohen Qualität jeden Tag des Jahres rund um die Uhr zur Verfügung steht. Damit dies so bleibt, setzt die Verbandsgemeinde ihr Personal, Finanzmittel und Know-how ein. Die Technik, die für diese Versorgungssicherheit notwendig ist, verschwindet meist unter der Erdoberfläche. Nur bei Straßenbaumaßnahmen sehen wir für kurze Zeit die Leitungen einmal. Zur Aufrechterhaltung und zum Betrieb dieses Netzes ist es nötig, dass regelmäßig investiert wird. Die Substanzerhaltung, weniger die Erweiterung, war eine ständige Aufgabe. Dazu wurde in den letzten Jahren ein Programm zur Hochbehältersanierung aufgelegt, mit dem die bestehenden Anlagen für die nächsten ca. 40 bis 50 Jahre zukunftssicher gemacht werden. Die dafür zu zahlenden Gebühren wurden zwar kostendeckend erhoben, blieben aber in den letzten Jahren weitgehend stabil. 

Das gilt auch für einen Bereich, der noch weniger ins Auge fällt als die Wasserversorgung. Das Gegenteil, die geordnete und umweltgerechte Ableitung und Reinigung des Abwassers, hat – wenn man sich die hygienischen Verhältnisse und daraus entstehenden Gesundheitsgefahren früherer Zeiten bewusst macht - eine wohl ebenso große Bedeutung.


Demografischer Wandel


Auch der demografische Wandel hat uns in den letzten Jahren beschäftigt. Die Verbandsgemeinde versucht, der Überalterung und dem Leerstand von Immobilien dadurch entgegen zu wirken, dass sie zusammen mit den Ortsgemeinden ein Programm „Daadener Land – Leben mitten im Dorf“ aufgelegt hat, mit dem der Übergang und die Weiternutzung von Wohngebäuden vor allem in den alten Dorfkernen durch junge Eigentümer gefördert wird.

Ein weiteres Programm berührt vor allem das Sicherheitsbedürfnis der Älteren und im Durchschnitt immer älter werdenden Bevölkerung.
Seit 15 Jahren ist der „Rat für Kriminalitätsvorbeugung“ in der Verbandsgemeinde Daaden eingerichtet und befasst sich begleitend zum Einsatz des Bezirkspolizisten vor Ort präventiv mit ordnungspolitischen Erscheinungen.

Im Rahmen des Daadener Gesundheitstages wird sich von vielen Anbietern vor allem der Wissens- und Kontaktvermittlung bei Krankheit und Pflegebedürfnis gewidmet.



Bildung als ständige Aufgabe: Schulen kontinuierlich auf dem neuesten Stand

An der Realschule plus ist die ausbildungs- und berufsorientierte Funktion des Job-Fux seit Jahren erprobt und bewährt. Sie wurde zusammen mit der Stadt Herdorf uneingeschränkt beibehalten, um frühzeitig Weichenstellungen für die berufliche Entwicklung unserer Schulkinder zu schaffen.

Eine inzwischen sehr wertvolle Verbindung besteht zwischen Schule und den Betrieben im Daadener Land, die mit Betriebspraktika, Ausbildungsbörse, Schulpatenschaften und der „Gesprächsebene Schule – Unternehmen“ sichtbare Zeichen der gemeinsamen Anstrengungen setzt, um aktiv für Ausbildung und Beruf „fit zu machen“ und das Profil unserer Schule im Wettbewerb zu stärken. Mit der Schulsozialarbeit ist zusätzlich ein weiterer wichtiger Baustein in der schulischen Begleitung der Jugendlichen geschaffen worden.

An den Grundschulen findet sich inzwischen die Hausaufgabenbetreuung als ein wertvolles förderndes Zusatzangebot. 

Die Modernisierung der Schulen durch hochwertig ausgestattete Fachräume sowie die permanente technische Anpassung der EDV-Ausstattung halten den aktuellen Anforderungen der Schul- und Berufswelt stand. Auch in den Grundschulen ist der Zugang zur EDV- und Internet-Welt geschaffen, so dass hier schulgerecht den Erfordernissen entsprochen wird.

Das vom Verbandsgemeinderat vor kurzem beschlossene Konzept „Technische Ausstattung an Schulen – Neue Medien“ beschreibt den Weg zur vollständigen Versorgung der Schulen in Trägerschaft der Verbandsgemeinde mit modernen medialen Unterrichtseinrichtungen, wie z. B. Whiteboards etc.



Hoher Qualitätsstandard der Feuerwehr unterstützt


Das ehrenamtliche Engagement unserer Freiwilligen Feuerwehr verdient schon wegen der persönlichen Sicherheit der Einsatzkräfte eine hochwertige Sachausstattung. Dieser Verantwortung sind Rat und Bürgermeister durch die Anschaffung technisch aktueller Ausrüstung, z. B. Einsatzfahrzeuge gerecht geworden. Aus- und Weiterbildung und das Heranführen aus der Jugendfeuerwehr sind für die Einheiten mit Blick auf die fortschreitende Technik und die höheren Anforderungen im Einsatz wichtige Aufgaben, die von Rat und Verwaltung unterstützt wurden. Daneben kam die sprichwörtliche Feuerwehrkameradschaft durch viele Kontakte und Begegnungen nicht zu kurz.

Allen Feuerwehrangehörigen einschließlich der Alterskameraden sage ich an dieser Stelle meinen ausdrücklichen Dank für ihren wertvollen Dienst.



Hallenbad Daaden bleibt ein Vorzeigeobjekt


Die Verbandsgemeinde leistet sich ein Hallenbad. Das ist bei der unzureichenden Finanzausstattung der Gemeinden wirklich keine Selbstverständlichkeit und bedeutet schon eine Belastung für den Haushalt. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass es eine sehr sinnvolle Ausgabe ist. Alt und Jung dient die körperliche Bewegung, um fit und gesund zu bleiben oder zu werden. Kinder die schwimmen können, gewinnen Sicherheit und Selbstbewusstsein. Deshalb freue ich mich darüber, dass diese Einrichtung auf gutem technischen und optischem Niveau gehalten wurde. Das Hallenbad ist ein Aushängeschild der Verbandsgemeinde, um das uns viele beneiden.



Betriebe und Unternehmen sind die wirtschaftliche Basis der Region


Betriebliche Ansiedlungen und Erweiterungen stoßen oftmals auf naturschutzfachliche Schwierigkeiten. Im Verbund mit den Ortsgemeinden und der Wirtschaftsförderungs-gesellschaft des Kreises wurden verträgliche Lösungen zur Weiterentwicklung gefunden. Dem Fachkräftemangel gerade im Ingenieursbereich wurde mit Unterstützung der Universität Siegen aktiv begegnet.

Die Einrichtung der „Daadener Mittelstandstage“ als kostenfreies Angebot an die Betriebe und Unternehmen zur Verbesserung des Wissenstransfers und der Informationsbereitstellung hat sich inzwischen als sehr nutzbringende Hilfestellung gerade für die kleinen und mittelständischen Firmen erwiesen. Dazu dienen auch die regelmäßigen Wirtschaftsgespräche mit kompetenten Referenten.



Partnerschaft mit Fontenay-le-Fleury

Im Jahr 2012 konnte die Verbandsgemeinde zusammen mit den französischen Freunden aus Fontenay-le-Fleury 25 Jahre Partnerschaft (Jumelage) feiern. Die Partnerschaft lebt und dient dem internationalen Austausch der Schulen, der Arbeitswelt durch Praktika sowie bestehender und neuer Vereinskontakte, aber auch künstlerischer Elemente.

100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges freut es mich, dass militärische Auseinandersetzungen mit Frankreich oder anderen europäischen Ländern für uns unvorstellbar geworden sind. Angesichts der Entwicklungen z. B. in der Ukraine ist diese Selbstverständlichkeit ja leider nicht überall anzutreffen.